Was ist „Übernutzung“ öffentlichen Raums. Lösungsideen?

Übernutzung beschreibt zunächst erstmal, dass ein System so stark genutzt wird, dass es sich nicht natürlich regenerieren kann und/oder seine ursprüngliche Funktion (oder Identität) eingeschränkt wird. Das kann man natürlich auch auf ganze Städte beziehen. Und daraus ableiten, das es einen Maximalwert der Nutzung für xyz gibt. So die Ausgangshypothese des Open Urban Institute.

Konkret: bei einigen Parks und Grünflächen kam in den letzten Jahren das Label Übernutzung zum Einsatz. Zu viele Menschen nutzen in zu intensiver Form und in zu kurzer Zeit einen begrenzten Raum. Das übernutzt den Raum. Parks verdrecken, Grünflächen werden zerstört, etc. Es ist natürlich sehr leicht zu sagen: der Mensch muss sich bessern! Das ist aber nur ein Teil der Lösung.

Was kann die Antwort auf übernutzte Systeme sein? Bekanntermaßen hat sich in den letzten Jahren die Nutzung öffentlicher Räume intensiviert, mehr (und andere) Aktivitäten werden nach draußen verlagert. Nur stammen die Strukturen und Aufteilungen unserer (mitteleuropäischen Städte) aus Zeiten vor dieser Intensivierung. Und diese Strukturen lassen sich nicht von heut auf morgen radikal ändern.Auf nahezu natürliche Weise ist daher der angesprochene Maximalwert schneller erreicht.

Was bleibt also zu tun, wenn bei gutem Wetter „zu viele“ Menschen den (grünen) öffentlichen Raum ihrer Stadt (vor der Haustür!) nutzen wollen?

Leider kommt jetzt (noch) keine perfekte Lösung. Neben einem bewussteren Umgang mit dem öffentlichen Raum, der ja immerhin gemeinsam genutzt werden soll (Stichwort: Müll, Respekt) kann es also nur um die Erweiterung der Flächen gehen. Da diese in den meisten Städten knapp sind, zumindest wenn es um konkrete Neuausweisungen geht, müssen die Lösungen etwas kreativer sein. Parks und Gründflächen in erhöhter Ebene (High-Line NYC), öffentliche Dachgärten, Gemeinschaftsgärten, die Nutzung von Nischen- und Zwickelflächen oder die Umwandlung von bisher unnutzbaren Flächen in Grünraum. Auch ist die Schaffung nachhaltiger Verkehrswege hilfreich, die den Weg ins entferntere Grüne (Rad-Schnell-Wege) ermöglichen. All das sind Lösungen die an vielen Orten bereits erfolgreich umgesetzt worden, eine Adaption ist möglich. Ideen sind erwünscht.

Quelle: Open Urban Institute

 

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