Klimaschutz: Hessens Moore werden renaturiert

Wie wichtig Moore für den Klimaschutz sind, hat man schon oft gehört. Aber was macht Hessen, um die verbliebenen Moorstücke zu retten?

 

Sie nehmen nur rund 0,4 Prozent der Landesfläche ein. Die Bedeutung der hessischen Moore ist dafür umso größer. Nicht nur als Lebensraum seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, wie Sonnentau oder der vom Aussterben bedrohten Sumpfschnepfe, sondern vor allem für den Klimaschutz.

Die Feuchtgebiete gelten als wichtige Kohlenstoffspeicher. Laut dem Bundesamt für Naturschutz entziehen Moore der Atmosphäre so weltweit jedes Jahr 150 bis 250 Millionen Tonnen des Treibhausgases – etwa doppelt so viel wie alle Wälder der Welt. Leider sind zwei Drittel der hessischen Waldmoore sind mittelfristig gefährdet. Erste Maßnahmen zur Renaturierung sind bereits umgesetzt worden.

In Hessisch Lichtenau (Werra-Meißner) etwa wurden am Hirschhagener Moor störende Fichten entfernt, sowie frühere Entwässerungsgräben mit Sägespänen verschlossen und neu mit Moosen bepflanzt. Das habe schnell eine positive Wirkung gezeigt, so das NW-FVA: Der Wasserstand des Moors sei gestiegen, Torfmoose hätten sich rasch ausgebreitet.

„Operation am offenen Herzen“

Im vorigen Sommer wurde außerdem damit begonnen, das Rote Moor an der hessisch-bayerischen Grenze zu revitalisieren. „Es ist wie eine Operation am offenen Herzen“, sagt der Leiter der hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats (BR) Rhön, Torsten Raab, auf hr-Anfrage. „Wir versuchen dabei zu retten, was noch zu retten ist.“

Denn in den vergangenen Jahrzehnten hat das etwa 15 Hektar große Hochmoor stark gelitten. Durch den Klimawandel sind zahlreiche Gebiete trockengefallen, mitunter entstanden irreparable Schäden.

Außerdem fand erheblicher Raubbau statt. Rund 175 Jahre lang wurde dort Torf als Brennstoff abgebaut und Moor-Masse entnommen, um sie bei Anwendungen zur Gesundheitsförderung, etwa für Moorbäder oder Schlammpackungen, einzusetzen.

 

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Bild von Herbert Aust auf Pixabay

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