Warum haben es Unverpacktläden gerade so schwer?

In den letzten Jahren haben sich Unverpacktläden zu einer beliebten Alternative für umweltbewusste Verbraucher entwickelt. Diese Geschäfte bieten eine breite Palette an Lebensmitteln und Haushaltsprodukten ohne unnötige Verpackungen an. Leider müssen wir jedoch feststellen, dass immer mehr Unverpacktläden in Hessen ihre Türen schließen oder zumindest stark zu kämpfen haben. 

 

Wieso ist das so?

Einer der Hauptgründe für das Schließen von Unverpacktläden in Hessen ist der Rückgang der Kundennachfrage. Obwohl das Bewusstsein für Umweltprobleme und Nachhaltigkeit gestiegen ist, haben viele Verbraucher immer noch Schwierigkeiten, ihre Einkaufsgewohnheiten zu ändern. In Zeiten hoher Inflation halten viele ihr Geld zusammen. Aber auch der Komfort und die Bequemlichkeit von herkömmlichen Supermärkten sind oft ausschlaggebend für ihre Entscheidung, trotz des Wunsches nach umweltfreundlicheren Optionen weiterhin dort einzukaufen.

Hinzu kommt, dass die Kosten für den Betrieb eines solchen Ladens oft höher als bei herkömmlichen Supermärkten sind. Die Beschaffung von Produkten in größeren Mengen, um sie dann lose anzubieten, erfordert eine sorgfältige Planung und kann zu höheren Einkaufspreisen führen. Zudem sind die Mietkosten für Ladenflächen in zentralen Lagen oft sehr hoch, was die Rentabilität der Geschäfte beeinträchtigen kann.

 

Umweltministerium findet Unverpacktläden wichtig

Mit sinkenden Umsätzen kämpft auch der Laden „Unverpackt“ in Darmstadt und hat in Folge bereits zwei Filialen schließen müssen. „Die gestiegenen Energiekosten, die allgemeine Inflation lässt die Leute ihr Geld zusammenhalten“, meint die Inhaberin des Geschäfts Bettina Will. Das bereite ihr schlaflose Nächte. Es sei schade, dass nachhaltige Lebensmittel hierzulande generell so wenig geschätzt würden. Sie kenne viele weitere hessische Läden, die ebenfalls Probleme hätten.

Das hessische Umweltministerium hält die Unverpacktläden für wichtig. „Sie helfen, durch den Verzicht auf oft unnötige Verpackungen und die Verwendung von Mehrwegbehältnissen weniger Abfall zu produzieren“, meint Petra Meyer-Ziegenfuß, Leiterin der Abteilung Abfallwirtschaftsplanung. Sie förderten regionales Einkaufen und einen nachhaltigen Lebensstil. Allerdings sei eine finanzielle Förderung einzelner Gewerbetriebe nicht möglich. Auch vom Wirtschaftsministerium gibt es keine Unterstützung.

 

Wie können wir Konsumenten helfen

Letztendlich ist jeder Einkauf ein Gang zur Wahl. Denn wir als Konsumenten stellen die Nachfrage und entscheiden, was zukünftig in den Regalen stehen wird. Schließlich bedient die Industrie unsere Nachfrage. Wenn wir also bei jeder Kaufentscheidung schauen, dass es eine nachhaltige ist, können wir einen großen Beitrag dazu leisten, mehr Nachhaltigkeit in unsere Kaufregale zu bringen. Es lohnt sich also, ab und an einen der vielen wunderbaren Unverpacktläden in unserer Region zu besuchen!

 

Weitere Infos zu dem Thema gibt es hier

Bild: ULF (Unverpacktladen Frankfurt, Sachsenhausen)

Bildquelle: Nachhaltig Guide

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