FAIRanstaltungen – Nachhaltige Feste, Tagungen und Events

Wie lassen sich Sitzungen, Tagungen, Konzerte oder Straßenfeste ökologisch und sozial verantwortlich gestalten? Mit „FAIRanstaltungen“ entstand ein praxisorientierter Leitfaden für Kommunen und weitere Veranstaltungsorganisationen. Die Broschüre verbindet konkrete Empfehlungen zu Mobilität, Catering, Beschaffung, Inklusion, Klima- und Ressourcenschutz mit Checklisten und direkt einsetzbaren Arbeitshilfen.

Veranstaltungen Schritt für Schritt nachhaltiger gestalten

Die Broschüre „FAIRanstaltungen“ bietet praktische Empfehlungen und Arbeitshilfen für Sitzungen, Tagungen, Feste und weitere kommunale Veranstaltungsformate. Sie behandelt den gesamten Prozess – von Format, Veranstaltungsort und Anreise über Catering und Beschaffung bis zur Evaluation.

Ausgangslage

Veranstaltungen schaffen Begegnung, ermöglichen gesellschaftlichen Austausch und stärken das kulturelle und soziale Leben in Kommunen. Gleichzeitig verursachen sie zusätzlichen Ressourcenverbrauch, Abfälle, Verkehrsaufkommen und Treibhausgasemissionen. Auch soziale Fragen wie Barrierefreiheit, Diversität, faire Arbeitsbedingungen und die Zugänglichkeit für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen müssen bereits bei der Planung berücksichtigt werden.

Kommunen und Vereine benötigen dafür konkrete Lösungen, die sich auf unterschiedliche Veranstaltungsgrößen übertragen lassen. Zwischen verfügbaren Budgets, organisatorischen Anforderungen und Nachhaltigkeitszielen fehlte es häufig an einer kompakten, praxisnahen Orientierung.

Ziel

„FAIRanstaltungen“ sollte Verantwortliche dabei unterstützen, ökologische, soziale und kulturelle Nachhaltigkeit systematisch in die Veranstaltungsplanung einzubeziehen.

Im Mittelpunkt stand nicht der Anspruch auf eine sofort „perfekte“ Veranstaltung. Der Leitfaden zeigte vielmehr konkrete Möglichkeiten, den ökologischen Fußabdruck schrittweise zu verkleinern und zugleich die positive gesellschaftliche Wirkung von Veranstaltungen zu stärken. Dazu zählen Begegnung, Beteiligung, Wissensvermittlung und sozialer Zusammenhalt.

Vorgehen und Leistungen

Die Broschüre bereitete die zentralen Handlungsfelder einer nachhaltigen Veranstaltungsorganisation verständlich und anwendungsorientiert auf. Als grundlegende Orientierung dienten die vier Prinzipien Refuse, Reduce, Reuse und Recycle: vermeiden, reduzieren, wiederverwenden und recyceln.

Der Leitfaden behandelte unter anderem:

  • die Auswahl geeigneter Präsenz-, Digital- und Hybridformate,
  • nachhaltige Veranstaltungsorte und klimafreundliche Anreise,
  • regionales, saisonales, pflanzliches und fair gehandeltes Catering,
  • Diversität, Barrierefreiheit und Unterstützungsangebote für Teilnehmende,
  • Energieeffizienz, Klimabilanzierung und den Umgang mit unvermeidbaren Emissionen,
  • faire und regionale Beschaffung,
  • Mehrwegsysteme sowie Wasser- und Abfallmanagement,
  • die interne und externe Kommunikation von Nachhaltigkeitsmaßnahmen.


Praxisbeispiele aus der Region zeigten, wie Kommunen Nachhaltigkeitskriterien bereits bei Festen und öffentlichen Formaten einsetzten. Dazu gehörten unter anderem der Agenda-Tag und die „Meile der Nachhaltigkeit“ in Mainz sowie das Faire Familienfest in Eltville am Rhein.

Ergebnisse und Wirkung

Als Projektergebnis entstand eine 40-seitige Handreichung, die den gesamten Ablauf einer Veranstaltung von der Planung bis zur Nachbereitung abdeckt.

Neben fachlichen Informationen enthält sie unmittelbar nutzbare Materialien:

  • eine Checkliste zur Veranstaltungsplanung,
  • Formulierungshilfen und eine Musteranfrage für nachhaltiges Catering,
  • einen Evaluationsbogen,
  • eine Übersicht relevanter Nachhaltigkeitssiegel,
  • weiterführende Quellen und Links.


Die Broschüre wurde so angelegt, dass Kommunen freie Felder mit lokalen Ansprechpersonen, Beschaffungsmöglichkeiten und Dienstleistungsangeboten ergänzen können. Sie eignet sich damit nicht nur als Informationsmedium, sondern auch als anpassbares Arbeitsinstrument für die kommunale Praxis.

Besonderheit des Projekts

Der Leitfaden betrachtet nachhaltiges Eventmanagement nicht ausschließlich als Umweltaufgabe. Er verbindet Klima- und Ressourcenschutz mit fairem Handel, regionaler Wertschöpfung, Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe.

Damit macht die Broschüre deutlich: Nachhaltige Veranstaltungen reduzieren nicht nur negative Auswirkungen. Sie können zugleich Wissen vermitteln, neue Handlungsmöglichkeiten sichtbar machen und den sozialen Zusammenhalt vor Ort stärken.

Themenwelten

Zeitraum

2022

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