Cup2gether2018-10-12T21:10:44+00:00

Project Description

Cup2gether –besser bechern rund um die Berger Straße

Die Challenge

Rund 2,8 Milliarden Coffee to go Becher gehen jährlich über die Ladentheken der Republik – 25 Millionen davon alleine in Frankfurt am Main – und landen dann im Müll.

Das vom Fonds des Rat für nachhaltige Entwicklung, der Deutschen Postcodelotterie und dem Frankfurter Wirtschaftsdezernat geförderte Pilotprojekt knüpfte an das Projekt „Ich bin dabei: plastikfrei!“ (Taschenkreislauf zu Reduktion der Einwegtaschen) an.

Gemeinsam mit der bestehenden Initiative Cup2gether wollten wir beweisen, dass es möglich ist, über ein von Bürger getragenes Mehrwegbecher-Pfandsystem der Herausforderung des Einwegbechermülls  zu begegnen. Wir wollten es zunächst in zwei Stadtteilen, Frankfurt Bornheim und Nordend, testen.

Ziel war eine „intrinsisch motivierte Verhaltensänderungen im Alltag“ in puncto Einwegbechermüll der Bewohner rund um die Frankfurter Berger Straße (als Alternative zu Verboten), die, eingebettet in eine starke Community mit pfiffigem, biologisch regional produziertem Mehrwegbecher, Lust auf nachhaltiges Handeln macht und dieses über die Einbindung der Cafés und Händler von Beginn an vereinfacht.

Um eine Anreizstruktur zu stärken, entwickelten wir eine „Challenge“, die von den Menschen und Cafés vor Ort als gemeinsame Herausforderung empfunden wurde.

Die Idee: alle Beteiligten wie Bürger, Gewerbetreibende der To Go Getränke, Unternehmen, deren Mitarbeiter rund um Berger und Partner wie Cleanffm oder die FES treten „gegen“ die Stadt an.

So starteten wir am 22. Februar 2018 offiziell die Challenge, Herausforderer waren Umweltdezernentin Heilig und Wirtschaftsdezernent Frank.  Die FES schaffte es sogar gemeinsam mit Cleanffm zu dem Stichtag, alle Mülleimer entlang der Berger Straße zu branden und zur Challenge bzw. zum Mitmachen aufzurufen. Zudem konnten wir über den Start in Social Media Anfang Februar bereits da Becherdesign abstimmen lassen, so dass die Community sich für Becher in drei Farben aussprach und von Anfang an Teil des Projektes war.

Die Herausforderung war: Schaffen wir es, in 90 Tagen auf Einweg zu verzichten,  und 100 ehrenamtlich engagierte Becherbotschafter zu finden, die sich für die Umwelt einsetzen und ihre Mitmenschen aufklären,  20 Cafés zu finden, die ein Pfandsystem testen würden, und 150 To Go Trinker zu finden, die ein Pfandsystem testen?

Der Zuspruch war so groß, das wir schon nach 45 Tagen mehr als die gewünschten Ergebnisse hatten und einen Systemtest starteten.

Im Pilotzeitraum testeten 537 Mehrwegbechernutzer in zwei Stadtteilen und 41 Cafés das System über 150 Becherbotschafter wurden via Social Media, im Bekanntenkreis und auf der Straße aktiv.  Ergänzend dazu organisierten wir im Rahmen des Ernährungsrates Frankfurt einen Runden Tisch Mehrweg, um Lösungen für politische / organisatorische Hürden zu entwickeln.

Unsere Evaluation des Projektes bis Ende Mai ergab folgende Erkenntnisse, die wir gerne mit einem Zitat beginnen würden: „Ich habe das „Ausleihen“ und die Ausgabe von den Bechern durchweg als positiv erlebt! Auch die Rückgabe war immer problemlos und ich konnte in dieser kurzen Zeit schon meinen Becherverbrauch von ca. 10 to go Pappbechern pro Woche auf 0 reduzieren! Mich würde es sehr freuen, wenn dieses Bechersystem bestehen bleibt und bestenfalls natürlich noch großflächiger in Frankfurt angeboten wird!“ sagte eine Testerin in der Umfrage.

Die Motivation mitzumachen kam zum großen Teil daher, dass sie „Umweltdenken“ im Projekt verbinden konnten mit „dass es sich gut anfühlt, für etwas Gutes aktiv zu sein“.

Die meisten mitmachenden Nutzer (Achtung: nicht Becherbotschafter) haben sich in 90 Tagen bis zu 10 Mal ein Getränk im Mehrwegbecher geben lassen, ca. 50 % nutzten ihn eher als „eigenen Mehrwegbecher“ denn als avisierten Tauschbecher, der aus hygienischen Gründen von den Cafés gespült wurde.

Initiative und System nach der Challenge – Verstetigung

Die Nutzer und Cafés gaben an, dass Cup2gether in weitere Stadtteile expandieren müsse, damit der Kreislauf eines Pfandsystems noch besser funktioniere. Kurz nach Ende der Testphase begannen daraufhin einige Ortsbeiräte, die Initiative Cup2gether zu stärken und über Beschlüsse auf eine kommunale Beteiligung am System einzuwirken.

Bisher fordern fünf Ortsbeiräte und die Kommunale Ausländervertretung die Stadt dazu auf „zu klären, welche organisatorischen und finanziellen Möglichkeiten zur Förderung des Projekts der Magistrat sieht, damit dieses in eine langfristige Struktur zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität geführt wird. (…) Zur Finanzierung könnte geprüft werden, ob aus den kontinuierlich erhobenen Abfallgebühren, die pro Bürgerin/Bürger eingezogen werden, ein Betrag (z. B. jeweils zehn Cent) direkt in ein Abfallvermeidungsprojekt wie cup2gether umverteilt werden kann, um die Finanzierung zu stärken.“

Weiter heißt es: „Bürgerschaftliches beziehungsweise unternehmerisches Engagement wie dieses zeigt, dass freiwillige Aktionen oft vielversprechender und insbesondere pragmatischer sind als verpflichtende Maßnahmen.“ Aber auch, dass „allein auf die Freiwilligkeit der Frankfurter Bürgerinnen und Bürger und der Frankfurter Gäste zu hoffen keine Wende bringen wird.“ Vielmehr müsse sich die Stadt Frankfurt am Main engagieren und die Kampagne „cup2gether“ mit allen verfügbaren Mitteln durchsetzen.

Aktuell aktiviert die Initiative weitere engagierte Bürger, sich für ihre Umwelt und ein müllfreieres Frankfurt einzusetzen. Mit Cup2gether Campus und drei weiteren Stadtteilen möchten die in der Initiative engagierten Studenten und Bürger nun weitermachen.

Wir stellen dafür den Rahmen und unterstützen die Initiative mit Erfahrung, Netzwerk und Kompetenz.

Jahr

Stand 02.10.2018